01.03.2026
Newsletter März 2026
Wir freuen uns, Sie über aktuelle Rechtsentwicklungen in Asien zu informieren. Die Autoren der Beiträge stehen Ihnen für Fragen und weitere Informationen wie immer zur Verfügung.


HONGKONG: Hongkongs Haushaltsplan 2026/2027: Stabilität, Innovation und strategische Weichenstellungen
Die Wirtschaftsdaten des Jahres 2025 untermauern diesen Optimismus. Das reale BIP wuchs zwischen 2,5 und 3,5 Prozent, die Gesamtexporte stiegen um 12 Prozent, die Arbeitslosenquote lag bei 3,8 Prozent, und der Hang Seng Index legte um 28 Prozent zu. Auf dieser Grundlage plant die Regierung Gesamtausgaben von 904,7 Milliarden Hongkong-Dollar – mit klaren Schwerpunkten.
Ein zentrales Investitionsfeld bleibt die Northern Metropolis, die als Plattform für Innovation, Hightech-Fertigung und grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit der Greater Bay Area dient. Zehn Milliarden Hongkong-Dollar fließen in die Entwicklung des Hetao Hongkong Parks, inklusive Risikokapitalfonds und Infrastrukturausbau. Parallel dazu werden rund 220 Millionen Hongkong-Dollar für Hongkongs erstes nationales Fertigungsinnovationszentrum außerhalb des chinesischen Festlands bereitgestellt – ein klares Bekenntnis zur Reindustrialisierung und zu Halbleiter-Forschung. Der Innovationsfonds wird zudem mit 4 Milliarden Hongkong-Dollar aufgestockt.
Auch der Tourismus- und Kultursektor erhält starke Impulse: 1,66 Milliarden Hongkong-Dollar gehen an das Hongkong Tourism Board, eine Milliarde zusätzlich an den Denkmalschutzfonds. Für Unternehmen und Privatpersonen bringt der Haushalt spürbare steuerliche Entlastungen – darunter eine einmalige 100-prozentige Reduktion der Lohn- und Gewinnsteuer (gedeckelt auf 3.000 Hongkong-Dollar) sowie erhöhte Freibeträge für Grundsteuer, Kinder und pflegebedürftige Angehörige.
Auf der Einnahmenseite setzt die Regierung auf gezielte Maßnahmen: Die Stempelsteuer auf Wohnimmobilientransaktionen über 100 Millionen Hongkong-Dollar wird auf 6,5 Prozent angehoben, und ab 2027/2028 greift die globale OECD-Mindeststeuer für multinationale Konzerne mit einem Jahresumsatz über 750 Millionen Euro – mit einem erwarteten jährlichen Mehraufkommen von rund 15 Milliarden Hongkong-Dollar.
Der Haushalt 2026/2027 sendet ein klares Signal: Hongkong investiert in seine Zukunft als Innovations-, Finanz- und Kulturzentrum – und tut dies mit fiskalischer Disziplin. HKIAC-Schiedsregeln stärken Hongkongs Rolle als führender Schiedsstandort.
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Ihr Ansprechpartner in Hong Kong: Stefan Schmierer
Ravenscroft & Schmierer
22nd Floor, Bupa Centre
141 Connaught Road West
Hong Kong, SAR
CELL: +852 9229 6603
TEL: +852 2388 3899
FAX: +852 2385 2696

PHILIPPINEN: Philippinen setzen auf Luft- und Raumfahrt: Aerotropolis-Zonen sollen das Land in globale Wertschöpfungsnetzwerke integrieren
Die Philippinen machen ernst – und zwar in einem Industriesektor, der globale Bedeutung hat: der Luft- und Raumfahrt.
Die Philippine Economic Zone Authority (PEZA) plant gemeinsam mit der Civil Aviation Authority of the Philippines (CAAP) die Entwicklung sogenannter Aerotropolis-Sonderwirtschaftszonen. Das Ziel: Luft- und Raumfahrtunternehmen gezielt rund um große Flughäfen zu bündeln, Lieferketten zu optimieren und die internationale Vernetzung des Landes zu stärken. Ein Memorandum of Understanding zwischen beiden Behörden ist bereits unterzeichnet, die operativen Richtlinien befinden sich in Ausarbeitung.
Konkreter Anlass und zugleich deutliches Signal für den Ernst dieser Ambitionen ist die Registrierung von Global Aerospace Technology Philippines Inc. als Ecozone Export Enterprise. Das Unternehmen wird im Cavite Technopark tätig sein und dort unbemannte Luftfahrzeuge und UAV-Systeme, Spezialmaschinen sowie Luft- und Raumfahrtkomponenten fertigen und montieren. PEZA wertet dies ausdrücklich als einen weiteren Schritt zur Verankerung der Philippinen in der technologieintensiven globalen Luft- und Raumfahrtproduktion.
Was dieses Vorhaben über den nationalen Kontext hinaus interessant macht, ist die strategische Einbettung in globale Wertschöpfungsnetzwerke. PEZA-Generaldirektor Tereso Panga betonte, dass das Projekt darauf abzielt, die Philippinen als Produktionspartner Japans – eines der weltweit bedeutendsten Flugzeugherstellerländer – zu positionieren. Der Fokus liegt dabei explizit auf Hochwertsegmenten: Systems Engineering, Verteidigungsplattformen, Technologien der nächsten Flugzeuggenerationen und nachhaltige Aviationlösungen.
Besonders bemerkenswert ist dabei der inklusionsorientierende Ansatz: Die geplanten Aerotropolis-Zonen sollen nicht nur für internationale Großunternehmen attraktiv sein, sondern auch lokalen Klein- und Mittelunternehmen Zugang zur globalen Lieferkette eröffnen – über Subcontracting, Präzisionsteilfertigung, Logistik und technische Dienstleistungen. Das ist wirtschaftspolitisch klug gedacht, denn nachhaltige Industrialisierung entsteht selten durch isolierte Großprojekte allein, sondern durch die Einbindung des lokalen Mittelstandes in belastbare Wertschöpfungsnetzwerke.
Für die globale Luftfahrtindustrie bedeutet diese Entwicklung: Ein weiterer Standort im asiatisch-pazifischen Raum reift planmäßig zur ernsthaften Produktions- und MRO-Destination heran. Angesichts der anhaltenden Lieferkettenprobleme, des Drucks zur geographischen Diversifizierung und der prognostizierten Nachfragebeschleunigung im asiatisch-pazifischen Luftverkehr – IATA erwartet bis 2040 das weltweit stärkste Passagierwachstum in dieser Region – kommt dieser Schritt zur richtigen Zeit.
Für Unternehmen, die ihre Beschaffungs- und Fertigungsstrategien überdenken, lohnt es sich, die Philippinen nicht länger nur als Absatzmarkt, sondern zunehmend als strategischen Produktionspartner auf dem Radar zu haben.
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Ihr Ansprechpartner in den Philippinen: Lutz Kaiser
Villanueva Gabionza & Dy Law Offices
20th/F Corporate Center
139 Valero St., Salcedo Village
Makati City 1227, Philippines
CELL: +63 995 985 4957
TEL: +63 2 8813 3351
FAX: +63 2 8816 6741

CHINA: ESG in China: Zollbefreiungen und Steuerbegünstigungen im Freihandelshafen Hainan – Lohnt sich Hainan als zukünftiger Investitionsstandort?
Wie Sie in unserem Artikel „Neuer Katalog für geförderte Industrien ab 1. Februar 2026 in Kraft: Was sind die Vorteile für ausländische Investoren?“ lesen konnten, ist mit Wirkung zum 1. Februar 2026 in der VR China der neue Katalog der für ausländische Investitionen geförderten Industrien („Positivliste“) in Kraft getreten, welche u.a. eine Sonderliste für die in der Provinz Hainan geförderten ausländischen Investitionen umfasst.
Die tropische Insel und Provinz Hainan soll nach dem Plan der Zentralregierung zu einem hochqualitativen Freihandelshafen von internationalem Einfluss entwickelt werden, um sich künftig mit Hongkong, Singapur und Dubai messen zu können.
2020 veröffentlichte der Staatsrat den Masterplan für den Freihandelshafen Hainan, einen umfassenden Wirtschafts- und Sozialentwicklungsplan, der Hainan zu einem „strategischen Ort für Handel, Investitionen und Innovation aufbauen“ und zu einer strategischen Drehscheibe für Chinas „duale Zirkulation“ umwandeln soll.
2025 begann die nächste Phase des Entwicklungsplans, indem eine Reihe von Investitions-, Zoll- und Handelsvorschriften erlassen wurden, die das Handels- und Investitionssystem Hainans weitergehend liberalisieren und ausländische Investoren anziehen sollen.
Darunter fallen u.a. die Reduzierung der Körperschaftsteuer und Einkommensteuer sowie die Einführung des Systems der „zwei Zollgrenzen“, welches die Einfuhr der meisten Waren (ca. 74%) aus dem Ausland nach Hainan (erste Zollgrenze) sowie den Weitertransport dieser Waren auf das chinesische Festland (zweite Zollgrenze) nach Erfüllung bestimmter Voraussetzungen zollfrei macht. Mehr Informationen zu dem Freihandelshafen Hainan sowie zu der Frage, welche Vorteile (und Nachteile) die Provinz Hainan für ausländsiche Investoren bietet, lesen Sie in unserem neuen Artikel.
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Ihr Ansprechpartner in China: Rainer Burkardt
Burkardt & Partner
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